Meine Eindrücke vom Barcamp Kiel 2014

Barcamp Kiel 2014

Barcamp Kiel 2014 #bcki14

Am vergangenen Wochenende fand in Kiel zum fünften Mal ein Barcamp rund um das Internet statt und ich war als Neu-Kieler zum ersten Mal mit von der Partie.

Kaum angekommen, wurde ich mit einem schicken T-Shirt und diversen (Mac-lastigen) Fachzeitschriften versorgt. Ein Frühstücksbuffet mit ausreichend Kaffee war auch gedeckt, für eine gute Grundlage wurde also bestens gesorgt. Und es gab eine schicke große Social Wall von walls.io.

Was so auf Twitter los war kann man auch hier bestaunen.

Was mir gleich aufgefallen ist: Der Männeranteil unter den Besucher*innen überwog deutlich. Aber immerhin war es keine reine Männerveranstaltung. Da ist nach oben noch Luft!

Was die Sessions betrifft, hatte ich mir vorgenommen, eine Mischung aus Sessions zu Themen, mit denen ich mich noch nicht so sehr auseinandergesetzt habe und solchen, die mir einigermaßen vertraut sind zu wählen.

Freelancing, wie geht das?

Da war zum Beispiel die Session von @geregeltkrieger und @moeglichewelten zum Thema “Richtig arbeiten als Freelancer”. Als jemand, der noch nicht freischaffend tätig war, klang so Einiges erst einmal etwas beängstigend. Aber es gab viele gute Tipps, zuvorderst “sei berechenbar” und “go at a sustainable pace”. Sollte ich mich mal selbständig machen, werde ich diesen Vortrag beherzigen.

Podcasting, das (un-)bekannte Wesen

Als Hörer bin ich seit längerer Zeit ein Fan des Mediums Podcast, aber die Produktionsseite hatte ich bisher noch nicht so richtig kennengelernt.

Bei der Session zum Thema Podcasting von uisprech.de und fotophonie.de habe ich gelernt, dass man heute mit verhältnismäßig geringem finanziellen Aufwand technisch gute Qualität produzieren kann. Aber natürlich zählen Inhalte. Um die vernünftig zu gliedern kann man in einem Texteditor der Wahl oder in einem Online-Tool wie Evernote eine Struktur anlegen und zum Beispiel Interviewfragen vor der Sendung mit Interviewpartner*innen teilen. Auch für die sehr beliebten Shownotes ist das nützlich. Ebenfalls nicht zu vernachlässigen sind die Themen Branding und Hosting. Das Logo des Podcasts sollte auch in klein gut erkennbar sein und man muss sich bei Erfolg schnell über Datenvolumen Gedanken machen.

Linktipps:

Technik:

Der Lautsprecher – Tim Pritloves Podcast über Podcasting

Ultraschall – Die Wikigeeks mit einem Videocast zum Thema Podcasting

Reaper – Digitale Audio-Workstation zur Podcastproduktion

auphonic – Audio Postproduction Webservice

Podlove – “an initiative by Metaebene Personal Media to improve the overall technical infrastructure for podcasting.”

podseed.org – “Content Delivery Network für Podcaster, das darauf optimiert ist, Mediendateien aus Podcasts schnell und zuverlässig auszuliefern.”

WordPress-Plugin shareadraft – “Let your friends preview one of your drafts, without giving them permissions to edit posts in your blog”

Sonstiges:

Kiel Hack – Hackathon in Kiel vom 05.-07. September 2014

fotophonie.de – “DER deutschsprachige Podcast über Fotografie, Fototechnik, Kamerasysteme und den Kameramarkt.”

uisprech.de – Deutschsprachiger Podcast zum Thema iOS-Entwicklung

Facebook nervt, aber gibt es Alternativen?

Zwei weitere Sessions beschäftigten sich mit dem derzeit größten sozialen Netzwerk Facebook. Wenn man aktuelle Studien verfolgt, ist der Trend zur Abwanderung besonders der jüngeren Nutzer*innen zu YouTube, Instagram oder WhatsApp schon länger festzustellen. Aber auch viele ältere Internetnutzer*innen sind mittlerweile genervt. Das war das Thema einer Session. Warum das so ist? Werbung, der sich ständig ändernde Facebook-Algorithmus, der wohlmeinend Inhalte im Stream verbirgt, notorisches Oversharing von ‘Freund*innen’ oder auch Datenschutzbedenken.

Die zweite Session beschäftigte sich mit dem sozialen Netzwerk friendica.com, das gleichzeitig eine Alternative und keine Alternative zu Facebook ist. In Kurzform: Auf absehbare Zeit ist nicht zu erwarten, dass das Netzwerk die kritische Masse erreicht, bei der komplette Freundeskreise, geschweige denn Millionen von Leuten die Plattform wechseln, wie etwa vor langer, langer Zeit von studivz zu Facebook.

Als Nischennetzwerk für technisch interessierte Nutzer*innen kann friendica aber interessant sein–man denke an ein internes ‘Facebook’. Friendica ist dezentral, hat gute Verschlüsselung und man kann seine Account-Daten herunterladen und an anderer Stelle hochladen (!). Eigentlich eine tolle Idee, um sich mit der Hand voll richtiger Freund*innen zu vernetzen, im Gegensatz zu hunderten Facebook-Freund*innen. Fazit: Für die Masse der Nutzer*innen ist friendica derzeit keine Alternative zu Facebook.

Nächster Halt: Das Stadt-Wiki Kiel-Wiki

Warum machen Städte eine ‘eigene Wikipedia’? Zum Beispiel weil die Wikipedia nicht jeden Artikel zu einer Straße in jeder Stadt für relevant hält. In einem Stadt-Wiki geht das aber und ist explizit gewünscht. Das relativ junge Projekt Kiel-Wiki hat sich zum Ziel gesetzt, umfassende Informationen zur Stadt zusammenzutragen. Dabei wird auch auf Bestehendes in der Wikipedia zurückgegriffen und darauf aufgebaut. Auch gibt es mittlerweile Kooperationen mit der Lokalpresse in Form von gegenseitigen Verlinkungen. Als kleineres Schwesterprojekt schreitet die Entwicklung natürlich nicht so schnell voran wie in der großen Wikipedia, aber ich finde, es ist ein tolles Beispiel für ein lokal verankertes Projekt.

Wie informiere ich mich über Landespolitik?

Es gab noch eine weitere Session, die sich lokal-regional mit der Stadt Kiel und dem Bundesland Schleswig-Holstein beschäftigte. Steffen Voß (SPD) @kaffeeringe und Uli König (Piraten) @u98 gaben nützliche Tipps, wie man als Bürger*in in Schleswig-Holstein online Informationen zur Landespolitik in Erfahrung bringen kann. Hier sind einige der genannten Links:

Landtag Schleswig-Holstein

Parla TV – überträgt die Plenarsitzungen des Schleswig-Holsteinischen Landtages

Parla Radio – überträgt Ausschusssitzungen des Schleswig-Holsteinischen Landtages

Plenum Online – Zeitplan des Schleswig-Holsteinischen Landtages

sh.juris.de – Landesvorschriften und Landesrechtsprechung

Kassensturz Schleswig-Holstein (Piraten) – Visualisierung des Landeshaushalts

Zuletzt wurde es für mich noch etwas technischer und nerdiger.

Raspberry Pi

In der Session zum Raspberry Pi ging es um interessante und mehr oder weniger nützliche Projekte, die man so mit dem preiswerten Mini-Computer anrichten kann. Von der Steuerung von Funksteckdosen für den heimischen Drucker bishin zum Tracken von Flugzeugen war alles dabei. Das ist doch vielleicht mal etwas für die kalten Herbsttage.

Linktipps:

raspberrypi.org – Die offizielle Website des Raspi

forum-raspberrypi.de – Das deutschsprachige Raspi-Forum

lets get nerdy – Einige Tutorials zum Raspberry Pi

Freifunk

Zuletzt war ich noch bei den Kieler Freifunkern vom Toppoint e.V. Die bauen in und um Kiel ein alternatives Funknetzwerk mit Zugang zum Internet auf. Mal schauen, vielleicht stelle ich mir demnächst auch mal so einen Router hin.

Schönes Barcamp, wir sehen uns im nächsten Jahr wieder!

Insgesamt hat es mir sehr gut auf dem diesjährigen #bcki14 gefallen. Die Stimmung war freundlich und die Organisation super. Vielleicht traue ich mich ja im nächsten Jahr, auch eine Session zu halten. Ein Thema muss ich mir noch überlegen.

Vom Blog auf Facebook posten: Konflikt mit doppelten Open Graph Tags

Das Problem:

Ich will Blogposts auch automatisch auf Facebook teilen. Das soll über die Sharing-Funktion von Jetpack funktionieren.

Es funktionierte nicht richtig.

Ich benutze seit neulich den Facebook Thumb Fixer, um ein Logo als Standard-Vorschaubild bei Facebook zu benutzen. Ansonsten zieht sich Facebook einen Ausschnitt des Header-Bildes.

Ich hatte auch Yoast WordPress SEO aktiviert.

Doppelte Open Graph Meta-Tags machen Probleme

Wie ich dann hier herausgefunden habe, liegt das Problem darin, dass sowohl WordPress SEO als auch der Facebook Thumb Fixer Open Graph Meta-Tags erzeugen. Jetpack registriert das als Fehler und postet den Beitrag nicht auf Facebook.

Ob man doppelte Open Graph Meta-Tags hat, kann man hier checken, wenn man die URL des Posts einfügt.

Glücklicherweise lässt sich diese Funktion in WordPress SEO abstellen. Eventuell muss man das Plugin noch einmal deaktivieren und wieder aktivieren.

Dann gibt es keine doppelten Open Graph Meta-Tags mehr und die Postings sollten von Jetpack wieder normal an Facebook geschickt werden.

 

The NSA Disguises Itself As Facebook To Spread Malware

“In some cases the NSA has masqueraded as a fake Facebook server, using the social media site as a launching pad to infect a target’s computer.” – The Intercept

Read more:

How the NSA Plans to Infect ‘Millions’ of Computers with Malware.” – (Ryan Gallagher and Glenn Greenwald, The Intercept, 2013/03/12)

Bald könnte Twitter wie Facebook aussehen

Bald könnte Twitter wie Facebook aussehen:

Ich glaube, ich halte das eher für eine schlechte Idee. Mir gefällt die unterschiedliche Nutzung der beiden Plattformen. Mal schauen, was da noch so kommt.

Twitter Testing Major Profile Redesign That Looks a Lot Like Facebook.” (Mashable, 2014/02/11)

 

Die GEMA Hätte Gerne Geld Für Video-Embedding

Die GEMA hätte gerne Geld für Video-Embedding

Was würde die GEMA tun?Keine besonders gute Idee, jedenfalls aus der Sicht eines im Social Web aktiven Menschen: Die GEMA möchte in Zukunft nicht nur Geld von YouTube/Google für urheberrechtlich geschütztes Material, sondern auch von Nutzer*innen, die Videos auf Facebook posten oder in Blogs einbetten. Im Moment versucht die Verwertungsgesellschaft, dies auf EU-Ebene durchzusetzen. via Konrad Lischka, Spiegel Online

Facebook Ist 10 Jahre Alt

Facebook ist 10 Jahre alt

Social Media Tag Cloud by daniel_iversen, used under the https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/ license, Source: http://bit.ly/1eyH8xv
Social Media Tag Cloud by daniel_iversen, used under the https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/ license, Source: http://bit.ly/1eyH8xv

Ist die Zeit wieder einmal so schnell vergangen? Irgendwie scheint es der Fall zu sein, denn die wohl bekannteste Social Networking Site Facebook ist eine Dekade alt geworden.

Hier sind ein paar Links zum Thema:

Facebook, 10 years after.” (Christina Pazzanese, Harvard Gazette, 2014/02/03)

Facebook As An Online Dating Site.” (Caroline Moss, Business Insider, 2014/02/05)

Mark Zuckerberg’s Secret IMs From College.” (Nicholas Carlson, Business Insider, 2014/02/04)

Steile These aus Princeton: Facebook wird 2017 80% Seiner Nutzer*innen Verlieren

Steile These aus Princeton: Facebook wird 2017 80% seiner Nutzer*innen verlieren

Zwei Doktoranden der Ingenierswissenschaften haben kürzlich in einem Artikel die Ausbreitung des sozialen Netzwerks Facebook mit Modellen der Ausbreitung von Infektionskrankheiten verglichen. Ihre Vorhersage lautet: 2015 wird der steile Abstieg des populärsten sozialen Netzwerks beginnen. Ich bin mal sehr gespannt, aber es wäre nicht das erste mal in der Geschichte des Internets, dass eine extrem populäre Seite untergeht.

Update: Facebook schlägt zurück

Und zwar hier, mit eigenen Grafiken und der Kritik, dass die Studie im Wesentlichen darauf basierte, die Google-Anfragen nach “Facebook” zu zählen, nicht das Engagement auf der Seite. Und dann haben sie noch eins obendrauf gesetzt und die Aktivität auf Facebook mit der auf der Princeton-Website verglichen. Das sah im Vergleich nicht so gut für Princeton aus.

Mehr lesen:

Princeton researchers say Facebook will lose 80 percent of its users by 2017.” (The Daily Dot, 2014/01/21)

 

Facebook Jetzt Mit Spenden-Button Für Nonprofits

Facebook jetzt mit Spenden-Button für Nonprofits

Das dürfte Nonprofits, die Facebook nutzen, freuen. Seit kurzem gibt es nämlich einen Button, mit dem man direkt auf Facebook für die jeweilige Organisation spenden kann. via Mashable

Facebook Adds ‘Donate Now’ Button for Non-Profits.” (Kurt Wagner, Mashable, 16.12.2013)

Sachsen Will Dienstliches Facebook-Verbot

Sachsen will dienstliches Facebook-Verbot für Lehrer*innen

Es ist ein nicht enden wollendes Thema: der Umgang mit sozialen Medien im öffentlichen Dienst in Deutschland, speziell an Schulen.

Wie golem.de berichtet, will Sachsen es nun Bayern und Baden-Württemberg nachtun und zunächst die dienstliche Kommunikation zwischen Lehrer*innen und Schüler*innen auf Facebook, Google+ und anderen beliebten Plattformen aus datenschutzrechtlichen Gründen verbieten.

What Happens If Someone Tries To Delete Their Facebook Activity

What happens if someone actually tries to delete their past facebook activity to hide it from friends, colleagues, and employers?

Social Media Tag Cloud by daniel_iversen, used under the https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/ license, Source: http://bit.ly/1eyH8xv
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How tiresome is it do delete your facebook activity? In short: very tiresome! Jennifer Golbeck from Slate magazine tried that experiment and found it very exhausting to do it by hand. But there are also scripts for your webbrowser that can do the job.

Note that this will only hide old posts from your ‘audience’ but neither from Facebook nor the NSA.

Militia Leader Calls For The Assassination Of Obama On Facebook

Militia Leader Calls For The Assassination Of Obama On Facebook

Whenever I read a new story about some questionable activities on social networking sites, I foolishly believe that now I have heard them all. Once again, I am proven wrong.

Here is an extremely dumb idea that will very likely entail a not-so-friendly visit by the Secret Service. Do not try this at home (or anywhere else):

As John Aravosis at Americablog reports, Everest Wilhelmsen, the leader of group calling itself the Christian American Patriots Militia, has posted a call for President Obama’s assassination on his Facebook page on November 19, 2013.

Wilhelmsen associates himself with the Tea Party Movement, holds Birther beliefs about President Obama not being an American citizen, opposes ‘Obamacare,’ and endorses conspiracy theories about the U.S. government’s handling of the Benghazi incident.

He also threatens violence against Vice President Joe Biden, Secretary of State John Kerry, Attorney General Eric Holder, Secretary of Defense Chuck Hagel, and Department of Defense General Counsel Jeh Johnson, should they not sign a statement supporting his Birther beliefs.

I think it is noteworthy how safe far-right extremists like this militia leader apparently feel in the age of the first African American president. To think that they can get away with what would certainly be interpreted as terrorist threat, had it come from a non-white Islamist instead of a white self-identified Christian, certainly speaks to the dynamics of race in contemporary America. For all the things that are being overblown and exaggerated by attaching the label ‘terrorism’ to it since 9/11, this here seems to be the real thing.

There are certainly many things to criticize about the Obama administration. One might even be completely opposed to its major policy projects. But calling for an assassination of political leaders is crossing a line into the unacceptable.

Read more:

Militia nut openly calls for Obama`s assassination on Facebook.” (John Aravosis, Americablog, 2013/11/22)

 

 

Studie: Nur 4 Von 10 Deutschen Nutzen Soziale Netzwerke

Studie: Nur 4 Von 10 Deutschen Nutzen Soziale Netzwerke

Social Media Tag Cloud by daniel_iversen, used under the https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/ license, Source: https://secure.flickr.com/photos/daniel_iversen/5440123405/sizes/l/in/photolist-9hJ4a8-9hM9Hs-8nmkDA-bn8M8i-bzawtz-bmfDH5-bmfkad-bmfk9A-aD5w7Y-btTTPU-aJVFED-99ZJrh/
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Eine aktuelle Studie der Firma emarketer (November 2013) hat auf Grundlage von UN-Bevölkerungszahlen die prozentuale Nutzung von Social Networking SItes (SNS) berechnet und kam zu interessanten Ergebnissen.

So liegt zwar Deutschland innerhalb Europas nach absoluten Zahlen bei der Nutzung von Social-Media-Plattformen vorn.

Bezogen auf den prozentualen Anteil der Bevölkerung, die sich im Social Web bewegt, steht Deutschland mit 40,0% nur an siebter Stelle, ungefähr gleichauf mit Frankreich (39,5%).

Ganz vorne stehen die Niederlande (63,8%), gefolgt von den skandinavischen Ländern Norwegen (59,5%), Dänemark (53,4%) und Schweden (53,3%), dem Vereinigten Königreich (UK) (50,8%) und Finnland (49,8%).

Danach folgen Deutschland (40,0%) und Frankreich (39,5%).

Spanien (37,5%) und Italien (34,5%) bilden in der Studie das Schlusslicht.

Als aktive Nutzer*innen wurden in der Studie diejenigen Personen gewertet, die  mindestens einmal im Monat auf eine Social-Media-Plattform zugriffen.

Siehe auch:

“Nur 4 von 10 Deutschen nutzen Soziale Netzwerke.” (Herbert Peck, ishp Consulting, 25.11.2013)

Idiotische Selfies: Holocaust-Gedenkstätten-Sonderausgabe

Idiotische Selfies: Holocaust-Gedenkstätten-Sonderausgabe

Allgegenwärtige, triviale Social-Media-Fotografie

Es ist ja bereits viel darüber geschrieben worden, wie die Techniken der Social-Media-Fotografie mithilfe des Smartphones optischen Müll produzieren können, Triviales emporheben und mit Banalitäten Aufmerksamkeit erhaschen wollen.

Die perfekte Verkörperung dieser Erscheinung ist der Selfie, das mit dem eigenen Smartphone aufgenommene Selbstportrait für die Darstellung in sozialen Netzwerken.

Jung und naiv, bewaffnet mit Technologie

Um eines vorweg zu stellen: Wir waren alle mal jung und dumm, ich ganz explizit eingeschlossen. Nur gab es, als ich vierzehn Jahre alt war, noch keine Smartphones mit guten Kameras. Das Selfie war noch Lichtjahre entfernt. Vielleicht ist das mein Glück, wer weiß. Heute wird alles fotografiert und landet, angereichert mit hippen Retro-Filtern und garniert mit Hashtags, auf Facebook, Instagram und Konsorten.

Soweit, so normal. Ich bin weder gegen Technologie noch gegen jugendlichen Leichtsinn. Den Mantel des spießigen Mecker-Opas will ich mit beileibe noch nicht umhängen. Aber: Nicht alles ist lustig. Nicht alles eignet sich als gedankenlose Kulisse für die spaßige,  egoistische Selbstinszenierung. Zum Beispiel Holocaust-Gedenkstätten.

Ignoranz, Respektlosigkeit, und grenzenlose Selbstbezogenheit

Das VICE Deutschland hat gerade einen Artikel mit Fotostrecke veröffentlicht, der Instagram-Fotos mit jugendlichen Besucher*innen des Holocaust-Mahnmals in Berlin und in verschiedenen Konzentrationslagern zeigt. Auf den meisten Bildern sind sorglos lachende Jugendliche zu sehen, die sich teilweise für die Bilder in Pose werfen. Die Bilder sind oft mit Vintage-Filtern bearbeitet und mit allerlei Hashtags versehen.

#YOLOcaust und #Instacaust – Idiotische und taktlose Hashtags

Eine kleine Auswahl von Hashtag-Kombinationen auf den Bildern aus dem VICE-Artikel:

  • #Auschwitz #chillywilly [Erklärung laut urbandictionary.com: “Chilly Willy: To injest alcohol through the nose via snorting, in order to get the alochol into your system quicker. Often done out of the concave bottom of a shot glass. That chilly willy was fun huh? wait…get up, why are you passed out?“] – Saufen in Auschwitz.
  • #Buchenwald #KZ #Hipster #abgehen – Typ macht ein Kissyface vor dem Spiegel.
  • #Treblinka #Arbeitmachtfrei #Treblinka #ZyklonB #feelgood – Welche Gründe kann es geben, um sich bei dem Thema gut zu fühlen?
  • #Dachau #mensfashion #fresh #dope – Genau, beim Besuch eines Konzentrationslagers geht es darum, wie schick Du in deinen Klamotten aussiehst.
  • #Holocaustmemorial #Berlin #fun #goodtimes – Für dich vielleicht, aber nicht für 6 Millionen ermordete Juden und Jüdinnen.
  • #Holocaustmemorial #Berlin #chelseaboots – Genau, es geht um deine heißen Stiefel.
  • #Treblinka #Swag – Alles dreht sich um dein tolles Outfit.
  • #instacaust – Ohne Worte.
  • #Holocaustmemorial #Interrailing – Züge und Konzentrationslager: War da nicht etwas?
  • #Dachau #crazy #Germans – Eine leichte Untertreibung, könnte man denken.
  • #Berlin #Yolocaust – Ohne Worte.
  • #Dachau #perfect #country – Ohne Worte.
  • #Berlin #Holocaustmahnmahl #bisschentouripipapo – Ohne Worte.
  • #Sachsenhausen #hungry and #cold – Mädels im Urlaub können sich später noch in einem schicken Café aufwärmen und etwas essen—KZ-Häftlinge konnten das nicht.
  • #Buchenwald #KZ #girls #bestes #wetter – Schönes Wetter, gut für euch! Kommentare unter dem Foto: “wenn das die juden wüssten :p“ – „die gibts nicht mehr :p”
  • #Holocaustmahnmal #hot #boy #nice – Wie schön, dass du dich locker in Szene setzen kannst—sechs Millionen Juden können das nicht.
  • #terezin [Theresienstadt] #fascism #follow4follow – Ohne Worte.

Was tun gegen den #YOLOcaust?

Wer ist schuld? Ich gebe den Jugendlichen für Ihre Ahnungslosigkeit nur eine Teilschuld. Zwar wachsen sie heute in einer Welt auf, die ihnen wie keiner Generation zuvor eine derartige Masse an Informationen bietet. Andererseits habe ich mich selbst mit vierzehn Jahren ehrlich gesagt kein Stück für Geschichte interessiert. Das kam alles etwas später. Aber liebe Eltern, Lehrer*innen, Reiseveranstalter*innen—Bitte klärt sie besser auf.

Ich brauche wohl nicht noch einmal betonen, wie furchtbar ich diese erschreckend naiven und geschmacklosen Instagram-Postings finde. Wenn man sich wenigstens ein bisschen mit der NS-Geschichte beschäftigen würde, käme man vielleicht von selbst auf die Idee, so etwas zu unterlassen.

Ich denke, dieser Umgang mit dem Holocaust macht deutlich, dass weiterhin eine Notwendigkeit besteht, über die NS-Geschichte aufzuklären und historisches Wissen weiterzugeben.

Die Jugendlichen auf den Fotos sind mit Sicherheit nicht alle nur aus Deutschland. Insofern gilt der Appell, bessere Geschichtsbildung zu fördern, über die Grenzen der BRD hinaus.

Aber wir hier in Deutschland sollten dennoch alles tun, damit solche Gedankenlosigkeit im Umgang mit der Vernichtung der europäischen Juden und Jüdinnen durch die Deutschen im Dritten Reich sich nicht weiter ausbreitet.

Mehr lesen:

Hashtags, die du für dein Holocaust-Gedenkstätten-Selfie nicht verwenden solltest.” (Hektor Brehl, VICE Deutschland, 20.11.2013)

Facebook: Planned Posts, Profil Versus Seite

Facebook: Planned Posts, im eigenen Profil versus auf einer Seite

Als ich neulich auf meinem eigenen Facebook-Profil einen Post einstellen wollte, aber so, dass er erst am Abend veröffentlicht wird, bin ich auf ein Feature Problem gestoßen. Der Zeitraum war begrenzt, und zwar bis in die aktuell laufende Stunde (16 Uhr) (siehe Screenshot):

fb_privat_post_planen

Auf einer eigenen Facebook-Seite hingegen hatte ich diese Einschränkung nicht (siehe Screenshot):

fb_seite_post_planen

Ist das nun so gewollt oder ein Fehler?

[Update] Uneingeschränkt Posts planen geht innerhalb von Facebook tatsächlich nur für Seiten. Es gibt aber einen Workaround. Mithilfe von Werkzeugen wie buffer oder Hootsuite kann man auch auf dem eigenen Profil Posts planen. Wieder etwas dazugelernt.

FBI-Driven Government Task Force Proposal Aims To Fine Tech Companies For Not Wiretapping

Provide wiretapping capabilities to hand over your (customers’) data to the FBI or be fined, Google and Facebook

The Washington Post reports on a government task proposal that aims to punish tech companies for not providing wiretapping capabilities for law enforcement officials. The FBI, which is the driving force behind this push for more more surveillance, justifies its demands with the need to counter  a “going dark” problem, a “gap between authority and capability” in regards to online surveillance. The FBI mentions not just terrorism, as might seem likely briefly after the Boston Marathon Bombing, but also transnational narcotrafficking and child prostitution.

If successful, this initiative would not only concern Internet giants such as Google or Facebook, but potentially any tech company that collects user data. And that includes practically any new free-to-use online service.

This initiative by the FBI takes place in the context of a much larger secretive push towards extensive online surveillance (see below).

Read more:

Proposal seeks to fine tech companies for noncompliance with wiretap orders.” (Ellen Nakashima, Washington Post, 2013/04/29)

U.S. gives big, secret push to Internet surveillance.” (, CNET, 2013/04/24)

Auf deutsch:

Internetüberwachung in den USA: Strafen für Unternehmen, die keine Daten liefern?” (, Netzpolitik.org, 30.04.2013)

USA: Mit geheimen Anweisungen das Internet überwachen.” (, Netzpolitik.org, 26.04.2013)