Barcamp Kiel 2015 #bcki15

Mein Besuch auf dem Barcamp Kiel 2015 #bcki15

Barcamp Kiel 2015 #bcki15

Mein Besuch auf dem BarCamp Kiel 2015 #bcki15

Benedikt Schäfer @benmschaefer

Wie schnell doch gefühlt wieder ein Jahr vergangen ist. Bereits im letzten Jahr hatte ich das Vergnügen, das BarCamp Kiel kennenlernen zu dürfen. Am 21. August 2015 war es dann erneut soweit, und ich machte mich auf den Weg ins Wissenschaftszentrum Kiel.

Noch bevor es los ging, gab es eine positive Überraschung: Dank der Sponsoren war der Eintritt kostenlos. Auch das großartige Frühstücksbuffet sei an dieser Stelle noch einmal lobend erwähnt. Gut gestärkt begann das diesjährige BarCamp Kiel für mich unter den besten Voraussetzungen.

Aber genug davon. Meine bisherigen Teilnahmen an Barcamps habe ich immer unter der Prämisse gesehen, dass ich etwas Neues dazulernen kann. Denn glücklicherweise finden sich hier meist viele kommunikative Menschen, die sich mit bestimmten Themen der digitalen Welt besonders gut auskennen und sich mit Anderen darüber austauschen wollen.

Tag 1 – Freitag, 21. August 2015

Missverstandene Kommunikation

Der erste Tag begann für mich Missverständnissen. Denn in der ersten Session, die ich besuchte, ging es um grandios entgleiste Unternehmenskommunikation in Deutschland. Wenn eine Firma gigantische Mengen Spam von einem offensichtlich gehackten Server einer anderen Firma bekommt, dann versucht, das Problem mit juristischen Mitteln (i.e. Abmahnungen) zu lösen, und die Beteiligten teilweise nicht wissen, was Spam überhaupt ist, dann befinden wir uns im neunten Kreis der Hölle von Neuland. Die Absurdität der geschilderten Vorgänge erinnerte mich an eine meiner Lieblingsserien, die großartige britische Nerd-Sitcom ‘The IT Crowd’.

Der Kieler Hackerspace Toppoint

Um mich vom dieser schockierenden Realität zu erholen, begab ich mich als nächstes in die Nähe von Menschen, die sich garantiert besser mit Computern auskennen dürften. Bei einer Führung durch die neuen Räumlichkeiten des Hackerspace der Toppoint e.V. ganz in Laufweite des Wissenschaftszentrum Kiel bekam ich einen Eindruck davon, wie es aussehen kann, wenn sich technische Neugier, Spaß am Gerät und Bastelleidenschaft verbinden. Für mich als bescheidener Computerbenutzer war das ziemlich faszinierend.

Web Communities

Nach der Mittagspause begab ich mich in eine Session zum Thema Web Communities. Im Laufe der Diskussion wurde wieder einmal bestätigt, dass es eine nicht zu unterschätzende Herausforderung ist, die passende technische Plattform zu wählen, um eine Community online abzubilden. Schminktutorials auf YouTube, Gaming-Diskussionen oder Lokalpolitik verlangen jeweils nach eigenen Lösungen, die auf die Bedürfnisse der Community zugeschnitten sein müssen.

Das freie Internet retten

Wie kann die Netzgemeinde (TM) dazu beitragen, das freie Internet zu retten? Im Jahr zwei nach Snowden und hierzulande Wochen nach der #Landesverrat-Affäre um netzpolitik.org war auch die netzpolitische Diskussion auf dem BarCamp Kiel präsent. Einstimmige Lösungsansätze gab es zwar keine, aber eine immer wieder genannte Idee bestand darin, mehr Geld für Interessenvertretungen zu spenden. Auch das alte Problem, Bürger*innen außerhalb der Netzszene für digitale Themen zu interessieren, wurde diskutiert. Dabei war die Meinung durchaus gespalten zwischen den Positionen „die Netzavantgarde muss alleine kämpfen“ und „man muss die Durchschnittsbürger*innen mitnehmen“.

Alles in allem ein spannender erster Tag auf dem Barcamp Kiel 2015!

Tag 2 – Samstag, 22. August 2015:

Kinderfotos im Netz

Bei herrlichem Wetter und nach einem wunderbaren Frühstück begann für mich der zweite Tag auf dem #bcki15 mit einem Thema, das in Zukunft wohl die meisten in der ein oder anderen Form betreffen wird: Kinderfotos im Netz. In einer Diskussionsrunde mit der @blogprinzessin wurde deutlich, dass nicht nur für ‘Eltern-Blogger*innen’ die Frage an Bedeutung gewinnt, was man mit gutem Gewissen von seinen Kindern (und denen der Anderen) im Netz veröffentlichen (lassen) sollte. Gehören Gruppenfotos aus dem Kindergarten dorthin? Sollte man sich bei unerwünschter Veröffentlichung von Fotos juristisch gegen die Schule der Kinder wehren, um deren Privatsphäre zu schützen? Bildet man die eigenen Kinder auf Fotos besser nur so ab, dass sie nicht individuell erkennbar sind? Zu jeder dieser Einzelfragen gibt es natürlich individuell verschiedene Ansätze. Zumindest aber sollte man sich als Eltern im Internetzeitalter Gedanken dazu machen.

Onlinedating für Onlinemarketer

Wie funktioniert eigentlich Online-Marketing? Und welche Schlüsse kann man daraus für das Online-Dating ziehen? Anders als noch in den Neunzigerjahren kennt heute vermutlich jeder einen Freund eines Freundes, dessen Cousine zweiten Grades sich mal bei einer der gängigen Plattformen angemeldet hat, oder so ähnlich wink wink, um endlich wieder einmal jemanden kennenzulernen. Und so unromantisch die Mechaniken von Algorithmen und kalkuliertem Matching in Bezug auf Liebesdinge anmuten mögen, es kann funktionieren. In dem sehr unterhaltsamen Vortrag ging es dann auch um Marktanalyse, Zielgruppen, A/B-Tests und ähnliche Vokabeln des Online-Marketings. Und ja, für den Vortragenden hat sich laut eigener Aussage diese Vorgehensweise gelohnt.

Social Media vermessen

Wie kann man eigentlich sinnvoll messen, was dieses merkwürdige Social Media im Unternehmenskontext „bringt“? Obwohl nicht in jeder Hinsicht ein Allheilmittel, werfen sogenannte Key Performance Indicators (KPIs) ein wenig Licht auf das Kosten-/Nutzenverhältnis im Social Media Marketing. Welche das zum Beispiel sind, und mit welchen Tools man diese gut messen kann, war das Thema der nächsten Session, die ich besuchte. An dieser Stelle nur soviel: die Anzahl der Likes einer Facebook-Fanpage ist bei weitem nicht alles, wenn es darum geht, herauszufinden, ob mein Social Media Marketing „gut“ ist, und an welchen Stellen ich nachjustieren sollte.

Vom Sketchnoten und Doodlen

Im Anschluss demonstrierte @dieHauteCulture, wie man Informationen, Geistesblitze oder sonstige Sachverhalte kreativ mithilfe von Doodles und Sketchnotes visualisieren kann. Besonders spannend war es, zu sehen, wie man innerhalb von nur einem Jahr mit einer täglichen „Kritzelei“ (auf Twitter zu finden unter #todaysdoodle) die eigenen Zeichenfähigkeiten verbessern kann. Dabei spornt sich eine Community von Sketchnoter*innen gegenseitig an und motiviert sich, manchmal auch mit Themenvorschlägen. Und warum das Ganze, abgesehen vom Spaß am Zeichnen? Der Mensch kann Informationen visuell besonders gut aufnehmen.

Medienkompetenz für Eltern und Kinder

In der vorletzten Session des Tages für mich ging es erneut um das Thema Kinder. Diesmal aber nicht unter dem Blickwinkel, was Eltern von ihren Kindern ins Netz stellen sollten (oder besser nicht), sondern um Medienkompetenz. Die @blogprinzessin und der @uemit diskutierten, wie man den eigenen Kindern in verschiedenen Altersstufen Medieninhalte vermitteln kann, wie man mit ihnen über Gesehenes sprechen sollte, wie man Medienkonsum sinnvollerweise zeitlich begrenzt und was Kindern Angst machen kann. Ich fand die Diskussion recht spannend, unter anderem deshalb, weil es als Erwachsener (was auch immer das bedeuten mag) im ersten Moment oft nicht mehr so leicht ist, sich in Kinder hineinzuversetzen oder sich daran zu erinnern, was man früher selbst als gruselig empfunden hat.

Campende Hacker machen Brandenburg unsicher

Bevor es dann in die Abschlussrunde ging, machte ich noch einen kleinen Abstecher in die Welt der wirklich kreativen Computerbenutzer*innen. Bei einem kurzweiligen Bericht vom diesjährigen Chaos Communication Camp mit @apexys konnte man erfahren, was passiert, wenn ein Haufen Hacker mit einem Berg an Technik in die brandenburgische Provinz reist, und das Gelände eines Industriedenkmals eine Woche lang in ein Techno-Utopia verwandelt. Es gab es ziemlich beeindruckende Bilder zu sehen.

Alles hat ein Ende…

Alle guten Dinge gehen einmal zu Ende, und so kam dann auch die Abschlussrunde des #bcki15 schneller als erwartet.

Vielen Dank nochmal an alle, die eine Session gehalten haben, die Organisator*innen des Barcamp Kiel und die Sponsoren, die das Ganze in der Form erst ermöglicht haben.

Vor allem aber Danke an alle, mit denen ich mich auch zwischen den Sessions mal unterhalten und austauschen konnte.

One last thing: Das T-Shirt-Design dieses Jahr ist supercool gewesen und ich finde es ist eine wahre Zierde für jede*n Barcamper*in. Vielen Dank!

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